Liebe Mitglieder, Teilnehmende, Freund:innen, Verbündete und Unterstützer:innen,
vor vielen Jahren haben wir – Max und Stefan – die Berliner Cannabis Patientengruppe ins Leben gerufen. Daraus ist später gemeinsam die Berliner Cannabis Hilfe e.V. (BCH) geworden. In all den Jahren haben wir mit minimalen Mitteln bemerkenswert viel erreicht: Wir haben einen gemeinnützigen Verein gegründet und verwaltet, unzählige Menschen unterstützt, das CannabisPatientenTelefon mit betrieben, Netzwerke geknüpft und Selbsthilfe dort ermöglicht, wo sonst niemand da war. Die Bestätigung unseres Freistellungsbescheids war zuletzt ein kleiner, stiller Erfolg – aber auch ein Zeichen dafür, wie viel Arbeit hinter den Kulissen steckt.
Doch wir müssen ehrlich sein: Unsere Kraft ist endlich. Wir wollten uns eigentlich längst überflüssig machen – stattdessen sind wir heute notwendiger als je zuvor. Und wir möchten nicht, dass Angebote ausfallen, weil wir nicht mehr können.
Deshalb treffen wir jetzt eine klare Entscheidung:
Wir geben allen, die unsere Arbeit schätzen und unsere Angebote nutzen, bis Ende des Jahres 2026 die Möglichkeit, sich aktiv und verbindlich einzubringen und einen Teil der Struktur mitzutragen.
Das bedeutet: Überall dort, wo sich bis Ende 2026 mindestens ein bis zwei Menschen finden, die bereit sind, ein Angebot eigenständig weiterzuführen – also auch ohne uns –, machen wir gerne weiter und unterstützen den Übergang. Angebote, für die sich niemand findet, werden wir einstellen. Wir schauen schon im Frühjahr 2026, ob sich etwas bewegt.
Konkret geht es um:
Die Berliner Treffen vor Ort
Aufgaben: Raumorganisation, Moderation, Öffentlichkeitsarbeit
Das monatliche Online-Treffen „ADHS, Autismus und andere Aliens im Spektrum“
Aufgaben: Moderation, Technik (Google Meet), Themenplanung
Das monatliche Treffen der Berliner Cannabis Hilfe und unseres bundesweiten Netzwerks
Aufgaben: Moderation, Kontaktpflege, Organisation
Die Nutzung unserer Vereinsstruktur, Website und Kontakte – für alles, was ihr daraus machen wollt
Aufgaben: Website-Pflege, Vereinsverwaltung, Finanzen, Spenderbetreuung
Es gibt viele Ideen – auch für neue Projekte. Vielleicht wird aus der Berliner Cannabis Hilfe irgendwann eine Bundes-Cannabis-Hilfe. Aber wir möchten nicht mehr allein Ideen entwickeln und um Unterstützung bitten müssen. Wir sind da, wir beraten, wir unterstützen – aber wir tragen nicht mehr allein.
Was wir uns wünschen, ist echtes Interesse und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Stellt euch bitte ehrlich diese Fragen:
Welches Angebot nutze ich regelmäßig – und was bedeutet es für mich?
Was kann ich konkret und zuverlässig einbringen? (Zeit, Wissen, Technik, Moderation, Organisation, Kontakte – oder auch finanzielle Unterstützung als Spender:in oder Geldgeber:in?)
Wie viel Zeit habe ich wirklich – und bin ich bereit, diese verbindlich über einen längeren Zeitraum zu geben?
Mit wem könnte ich mir eine Aufgabe teilen, sodass es nicht an einer Person hängt?
Bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur dabei zu sein, sondern mitzugestalten?
Was würde ich mir wünschen – und was bin ich bereit, selbst dafür zu tun?
Kommt auf uns zu. Sprecht uns bei den Treffen an, schreibt uns, ruft an – wir sind präsent und erreichbar. Wir hören zu, wir helfen beim Start, wir teilen unser Wissen. Aber wir werden nicht mehr alles selbst machen.
Wir sind dankbar für alles, was in den letzten Jahren entstanden ist. Für die Menschen, die wir begleiten durften, für die Solidarität, für die vielen kleinen und großen Erfolge. Jetzt ist der Moment, in dem ihr zeigen könnt, ob euch diese Gemeinschaft wichtig genug ist, sie mitzutragen.
Bis Ende 2026 werden wir sehen, welche Angebote weiterlaufen können.
Stefan & Max
Gründer und Vorstand der Berliner Cannabis Hilfe e.V.
